Startseite Econos Magazin Investieren Photovoltaik-Projektentwicklung: Experteninterview mit Pacifico Energy Partners

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Projektentwicklung von Photovoltaik wird momentan vor allem durch drei Faktoren getrieben: der Kostenvorteil gegenüber konventionellen Methoden der Energieproduktion, die Validierung der zugrunde liegende Technologie und den generellen gesellschaftlichen und politischen Konsens.
  • Trotz allem gibt es weiterhin Hürden, welche den Ausbau bremsen, wie die Verfügbarkeit von Kapital, notwendige Expertise von Projektentwicklern, sowie lokale Widerstände.
  • Für den Erfolg eines Photovoltaik-Projektes bedarf es seitens der Projektentwickler eine hohe Kompetenz in den Bereichen Entwicklung, Bauleitung und dem nach Fertigstellung relevanten Asset Management. Essentiell ist zudem die Begleitung von Projekten „from cradle to grave“, beginnend mit der grünen Wiese, dem gesamten Genehmigungsprozess, der Konstruktion bis hin zum Betreiben nach Fertigstellung.

Die meisten europäische Länder haben für 2030 Ziele formuliert, um den Anteil von erneuerbaren Energien am Strombedarf auf bis zu 80% oder sogar 100% zu erhöhen. Das erfordert einen massiven Ausbau von Photovoltaik und Windkraftanlagen, deren Finanzierung eine attraktive Anlagemöglichkeit für Investor:innen darstellen kann. Entscheidend ist dabei die Auswahl des Projektentwicklers.

Um die Chancen und Hindernisse der Projektentwicklung von Photovoltaik zu illustrieren hat Econos mit Ulf Oesterlin, dem Co-CEO von Pacifico Energy Partners, gesprochen. Im Interview gibt er eine Einführung in sein Unternehmen, die Parameter für den Erfolg eines Entwicklungsprojekts und die Attribute, die Pacifico als Entwickler besonders machen.

Guten Tag Herr Oesterlin. Sie sind Gründer und Co-CEO von Pacifico Energy Partners. Könnten Sie zum Einstieg kurz erklären, was hinter der Firma steht?

Oesterlin: Guten Tag auch von meiner Seite. Pacifico ist ein Entwickler und Asset Manager von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien mit Sitz in München. Wir fokussieren uns primär auf Photovoltaik- und Windkraftanlagen, als auch die unmittelbar damit verbundene Speicher-Infrastruktur. Momentan verteilen sich unsere Aktivitäten auf sechs EU-Länder. Getragen wird das Ganze von einem 40-köpfigen Team, geführt von Alumni der Strategieberatungen McKinsey und BCG sowie der Investmentbank Goldman Sachs. 2019 haben wir unser operatives Portfolio in Form der Pacifico Renewables Yield AG an die Börse gebracht. Seitdem operieren beide Firmen unabhängig, aber in enger strategischer Partnerschaft und Pacifico Energy Partners konzentriert sich voll auf Projektentwicklung und Asset Management.

Speziell mit Blick auf die Projektentwicklung von Photovoltaik, wie bewerten Sie die aktuelle Situation für Projektentwickler?

Oesterlin: Die Entwicklung wird momentan vor allem durch drei Faktoren getrieben. Erstens, Photovoltaik hat einen Kostenvorteil gegenüber konventionellen Methoden der Energieproduktion. So kostet die kWh aus Solarenergie nur knapp ein Drittel des Äquivalents aus Braunkohle. Zweitens, die zugrunde liegende Technologie ist mittlerweile validiert. Beobachten kann man das zum einen an den Solarzellen selbst, die immer leistungsfähiger werden trotz fallender Produktionskosten und zum anderen anhand der Anzahl operativer Projekte. Als Letztes muss man den generellen gesellschaftlichen und politischen Konsens hervorheben. Die Bereitschaft, auf erneuerbare Energien umzustellen, ist grundsätzlich vorhanden und bietet eine gute Grundlage für Entwickler und Investoren. Trotz allem gibt es weiterhin Hürden, welche den Ausbau bremsen. 

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Das klingt erst einmal sehr positiv. Wo sehen Sie denn momentan die größten Hürden für neue Projekte?

Oesterlin: Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Projektentwicklung von Photovoltaik sind die notwendige Expertise als auch die Verfügbarkeit von Kapital. Glücklicherweise sind wir mit unserem 40-köpfigen Team und unseren Kapitalgebern in der Lage, diese beiden Voraussetzungen gut zu erfüllen. Ein drittes Element sind die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auf lokaler Ebene. Politisch wurde mit dem Osterpaket aus meiner Perspektive ein klarer Schritt in die richtige Richtung gemacht. Natürlich gibt es weiteres Verbesserungspotenzial, aber das Hauptproblem sind lokale Widerstände. Hier geht es sowohl um die Gemeinden als auch die Flächeneigentümer, die am Ende die Entscheidungsgewalt bei der Genehmigung haben und die Fläche bereitstellen müssen. Auf dieser lokalen Ebene besteht zwar meist die oben erwähnte grundsätzliche Akzeptanz für den Ausbau von Solaranlagen, jedoch ist die Begeisterung für konkrete Projekte in der unmittelbaren Umgebung oft gering. Trotz grundsätzlicher gesellschaftlicher Unterstützung bröckelt die Unterstützung schnell, wenn es um das Feld nebenan geht.

Wie gehen Sie bzw. Pacifico, mit diesen Hindernissen um und was bedeutet das am Ende für Ihre Herangehensweise bei der Planung?

Oesterlin: Unsere Industrie-Expertise ist unser Aushängeschild. In unserem Managementteam bündeln sich über 30 Jahre Erfahrung im Energiesektor. Wir haben herausragende Teams in der Entwicklung, der Bauleitung und dem nach Fertigstellung relevanten Asset Management. Wir begleiten unsere Projekte somit „from cradle to grave“, beginnend mit der grünen Wiese, dem gesamten Genehmigungsprozess, der Konstruktion bis hin zum Betreiben über die folgenden 30 Jahre nach Fertigstellung. Bezüglich der lokalen Widerstände beim Ausbau versuchen wir in der Zusammenarbeit mit den Gemeinden als Partner zu agieren. Das beginnt mit dem Willen, für jedes Projekt, jede Gemeinde und jeden Flächeneigentümer die beste Lösung zu finden. Wir gehen sehr spezifisch auf die Bedenken aller Beteiligten ein und versuchen, einen maßgeschneiderten Ansatz zu definieren, um nachhaltig den Erfolg des Projektes zu sichern. Für Pacifico ist es essenziell, mit und nicht gegen die Gemeinden zu arbeiten, gerade weil unsere Planung langfristig ausgelegt ist.

Sie hatten ebenfalls die Verfügbarkeit von Kapital angesprochen. Über Econos können Privatanleger mittelbar Fremdkapital für Ihre Projektentwicklung zur Verfügung stellen. Wieso haben Sie sich dazu entschieden?

Oesterlin: Pacifico ist über seine Investoren mehr als ausreichend mit Kapital ausgestattet. 95% all unserer Projekte sind nur durch interne Finanzressourcen und unsere Ankerinvestoren finanziert. Bei spezifischen Projekten, wie beispielsweise dem Solarpark in Apulien, erlaubt die Absehbarkeit über die Fertigstellung des Projekts die Beimischung von Fremdkapital aus Händen von Privatanlegern. Das macht aus betriebswirtschaftlicher Sicht Sinn. Dadurch können wir früher mit der Entwicklung weiterer Projekte beginnen, was bei unserer Pipeline (in der Entstehung befindliche Projekte) von knapp 2 Gigawatt ein wichtiger strategischer Vorteil ist. Auf der anderen Seite ist es natürlich für Privatanleger wichtig, dass wir durch die erfolgreiche Fertigstellung Projekte wie z.B. einem 52MW Windpark in Polen und einer 14MW Photovoltaikanlage in den Niederlanden erfolgreiche Projekte vorweisen können.

Fazit: Die Entwicklung von Photovoltaik-Projekten birgt große Chancen und gleichzeitig Herausforderungen. Entscheidend ist die Expertise und Erfahrung der Projektentwickler.

Anleger:innen, die sich für die Finanzierung von Photovoltaik-Projekten interessieren, zum Beispiel mittelbar über Econos, sollten sich im Vorhinein mit der Erfahrung und Expertise des zuständigen Projektentwicklers beschäftigen. Diese kann entscheidend sein für den Erfolg solcher Projekte.

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